Hallo, eine eher dümmliche Frage: Man soll ja in OSM nur Dinge eintragen, die man gesehen hat oder sonstwie sicher weiß.
Bislang folgte ich bei Straßenbeleuchtug der Logik: Ist tagsüber eine Lampe zu sehen, so wird die Straße nachts beleuchtet sein!
Oder umgekehrt: Sehe ich nachts kein Licht, so ist die Straße unbeleuchtet.
Jetzt war ich kürzlich im Ausland und habe mich gewundert:
Es waren Straßenlampen vorhanden, es war schon dunkel, aber die Lampen waren nicht an. Ist dann so eine Straße “beleuchtet”? Ich vermute dass aus energiegründen oder aus lokaler Tradition die Lampen erst deutlich nach Einbruch der Dunkelheit angehen (sofern die Uhr in der Steuerzentrale nicht amok lief).
Dann sah ich auch eine interessante Variante der Straßenbeleuchtung: Es sah eher so aus wie “Teelichter am Straßenrand” (klein und ziemlich dunkel). In Deutschland würde man das als unbeleuchtet bezeichnen.
Und abends beleuchtete Zebrastreifen (aber die Autos hielten dennoch nicht für Fußgänger).
Also die Frage: Wann zählt eine Straße als beleuchtet?
Das sind die subjektiven Einschätzungen, die OSM einem manchmal abfordert.
Insofern kannst du gern ein Bild reinschicken und wir schauen, was sich so als Konsens ergibt.
Ansonsten hab ich bisher nur die klaren Fälle gemappt. Ein grober Leitfaden dazu war die Frage, ob ich den Weg als solchen nachts noch erkennen kann. Ist aber auch subjektiv.
Teilweise gibt es auch Abschnitte, wo eine Baumkrone die Lampe verdeckt. Da ist es dann auch dunkler, aber unbeleuchtet nicht unbedingt.
Idealerweise würde man natürlich die Lampen mit der Lichtstärke mappen. Das wird aber wohl nicht passieren…
Allgemein sollte man sich daran orientieren was vor Ort üblich ist. Wenn vor Ort “Teelichter” das Mittel der Wahl ist, dann ist das halt ein lit=yes, wenn die Nachbarstraßen LED-Flutlicht haben, vermutlich eher weniger. Dito beim Einschaltzeitpunkt.
Beleuchtungsstärke E ist das Licht - gemessen z.B. mittels eines
Luxmeters – welches effektiv auf einer Fläche ankommt.
Angegeben wird dieses in Lux.
Das heißt – gemessen wird, wie viel Licht tatsächlich z.B. bei der Nutzebene (Üblicherweise
0,85m über dem Boden) ankommt – egal wie viel Lumen die Leuchte aussendet.
Und bei “Verkehrswegen” sollen es mindestens 50 Lux sein.
Ich besitze sogar ein Spektralphotometer, das man mit dem Handy verbinden kann, aber das Ding habe ich wirklich nie dabei, auch weil der Akku nicht lange damit durchhält.
Wenn Lampen vorhanden sind, kann man die schon mal separat als highway=street_lamp mappen, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung.
Und da, wo die Leuchten die bei Dunkelheit nicht ununterbrochen eingeschaltet sind, gibt es die Möglichkeit, dies durch lit=limited kenntlich zu machen. Wenn man es ganz genau weiß und gerade nichts besseres zu tun hat, kann man noch die operating_times dranhängen.
Was die Helligkeit der vorhandenen Beleuchtung angeht, stimme ich @Jofban zu: für mich ist ein Weg beleuchtet, wenn man ihn bei Dunkelheit noch erkennen kann. Mit der subjektiven Unschärfe muss man dann einfach leben, ist ja bei vielen anderen Objekteigenschaften auch so.
Die DIN EN 12464-1 bezieht sich leider nur auf Arbeitsplätze im Außenbereich. Bei der Straßenbeleuchtung ist die DIN EN 13201 wichtig.
Dazu zählt nicht der hellste oder dunkelste Messpunkt. Es gibt ein bestimmtes Messraster, welches bei der Messung einzuhalten ist. Auch die Berechnung ist vorgegeben. Daher lässt es sich als Laie auf einer Straße fast nicht nachmessen, da es bei fließenden Verkehr zu gefährlich ist. Bei Fremdlicht ist die Messung zweimal durchzuführen mit Abschaltung der Staßenbeleuchtung, was ei Laie nicht kann. Dazu kann der Messfehler schnell größer 10% betragen.
Die Messung erfolgt immer auf dem Boden in 5cm Höhe (Höhe vom Messgerät). Tiefer geht es nicht, da sonst ein Loch in die Oberfläche gemacht werden müsste.
Wenn die Leuchten da sind und nicht mehr in Betrieb sind, können diese auch defekt sein oder der Betreiber spart sich die Demontagekosten, bis die Masten nicht mehr standsicher sind. Oder der Betreiber hat gewechselt und der neue möchte nicht mehr beleuchtet.
Dafür muß man aber nicht ins Ausland fahren…
Genau die gleiche Situation kam mir letzte Woche in die Quere.
War schon finster, überall die Leuchten an. Nur auf dem Weg wo ich zu Fuß unterwegs war, blieb alles finster, trotz vorhandener Leuchten.
Schnell im Wiki geschaut…
“lit=disused: Es existierten Laternen, die jedoch nicht leuchten”
Das gilt dann aber nur für den Fall, wenn die Laternen dauerhaft komplett abgeschaltet sind. Wenn die lediglich eine eingeschränkte Einschaltzeit haben, würde das ein lit=disused noch nicht rechtfertigen.
genau, einzelne Lampen mappen kann man immer, wenn dann im Dunkeln die Lichter aus bleiben kann man lit=no auf dem highway taggen, evtl. ein note dazu. Ich habe das mal auf einer Insel gesehen, da schalten sie absichtlich nur noch in einem kleinen Teil die Lampen an und im Rest bleibt es dunkel, absichtlich. Toller Sternenhimmel. Die haben das auch so publik gemacht, daher hatte ich keine Bedenken da “no” zu setzen, meistens weiß man es aber nicht genau weil man nur eine Momentaufnahme sieht
Ich besitze sogar ein Spektralphotometer, das man mit dem Handy verbinden kann, aber das Ding habe ich wirklich nie dabei, auch weil der Akku nicht lange damit durchhält.
Ah ok. Wie soll ich aber feststellen, ob sie denn mal irgendwann leuchten?
Ich laufe dort keine 365 Nächte im Jahr lang.
Normalerweise besitzen Leuchten, welche auch nur zeitweise in Betrieb sind ein Laternenring Schild. Zeichen 394-50 Konnte ich an den Lampen aber auch nicht feststellen.