Hallo Ihr zwei,

eine interessante Diskussion, die Ihr da führt - und wie ich finde sehr konstruktiv.

Ein paar Gedanken dazu:

  1. Eine Karte ist immer eine Abstraktion der Wirklichkkeit.
    Die Wirklichkeit ist immer wesentlich komplexer als die Karte.
    Für die Karte müssen also Daten aus der Wirklichkeit selektiv weggelassen werden.

  2. Objekte können verschiedenen Klassen zugeordnet werden.
    Beispielsweise ist ein Wald oder ein Feld etwas qualitativ anderes als ein Fluss oder eine Strasse.

ad 1:
Schön ist das Beispiel mit der Strasse|Grünstreifen|Entwässerungsgraben|Grünstreifen|Radweg|Grünstreifen|Feld.
In einer ersten Ausbaustufe wurden nur Strassen gezeichnet. Später kam der Radweg dazu. Dann hat man Varianten für integrierte|strassenbegleitende|getrennte Radwege erfunden. Der Entwässerungsfraben und die Grünstreifen werden aber meistens noch weggelassen ausser wenn der “Entwässerungsgraben” ein Bach oder Kanal ist.

ad 2:
Strassen werden als Vektor gespeichert. Aber in Wirklichkeit sind Strassen ja Flächen, der Vektor ist eine Abstraktion. Die Breite der Strasse wird vom Renderer entsprechend der Strassenklasse gezeichnet. Künftig vielleicht (wäre besser) entsprechend “width” oder “lanes” oder aus einer Kombination verschiedener Parameter.
Auch Flüsse werden als Vektor gespeichert. Da Flüsse aber sehr breit sein können, gibt es den “Würgaround” mit den aneinandergrenzenden Teilflächen.
Wald und Feld hingegen sind wieder eindeutg, die werden als Fläche gespeichert.
Bisher war es üblich, einen Weg direkt durch den Wald zu legen (der Wald wird also nicht in zwei Wälder geteilt). Das gilt heute aber nur noch für Wege und schmale Strassen. Bei breiteren Strassen ist daneben meist ein Grünstreifen und der Wald ist geteilt.
See und Wald sind zwar beides Flächen, gehören aber einer unterschiedlichen Klasse an.

Probleatisch wird es immer dann, wenn zweidimensionale Flächen an abstrahierende Linien grenzen.
Aber auch bei aneinandergrenzenden Linien oder aneinandergrenzenden Flächen ist es problematisch, die Kanten zu verschmelzen:
Diese müssten bei einer künftigen Differenzierung (mehrere Fahrbahnen, zusätzliche Wege, Grünstreifen dazwischen, etc - oder Wasser, Wald, Feld, Wohngebiet, Sportplatz, etc) mühsamst wieder entwirrt werden.

Meine Schlussfolgerung:

  • Linien (Vektoren) nicht verschmelzen
  • Linien (Vektoren) nicht mit Flächenumrissen verschmelzen
  • Flächenumrisse nicht mit anders attributtierten Flächenumrissen verschmelzen

Ausnahme:
Häuser deren Brandmauern direkt aneinander grenzen.

Völlig ungeklärt ist, ob, und falls ja wann und warum Flächen “übereinander” gespeichert werden sollen/dürfen.
Üblich ist bisher, Häuser “auf” die Landflächen zu stellen.

Gruss, Markus