Nochmal zu dem verlinkten Zeitungsartikel, ich glaube der Bürgermeister hat keine Ahnung wovon er redet:

Implementationen von Shared spaces sind sehr wohl gesetzlich geregelt, der Wiki-Artikel ist dafür eine exzellente Quelle (Spalte “Special traffic rules”).
Also, was der Bürgermeister da im Prinzip gesagt hat, ist, “Es ist keine Spielstraße, aber wir haben es so gepflastert wie eine und es gibt auch keine Bürgersteige, fühlt sich also so an wie eine”.
Ein Etikettenschwindel ähnlich wie die sogenannten Schutzstreifen (“suggestion lanes”), deren Vorhandensein rechtlich praktisch keinen Unterschied zu fehlenden Radwegen und -spuren macht, die sich de-facto aber schon auf das Verhalten (der Autofahrer) auswirken.

Kann man sich jetzt drüber streiten ob es das zu einer (de-facto) Spielstraße macht oder nicht.

Ich vertrete daher den entgegengesetzten Standpunkt, nämlich dass es dadurch keine Spielstraße wird: Ein jeder Shared Space ist auch als solcher ausgeschildert, so auch die Spielstraße, und zwar weil dadurch dort bestimmte Regeln gelten, die woanders ohne dieses Schild nicht gelten. So darf man zum Beispiel eben mehr als Schrittgeschwindigkeit in der besagten Straße fahren. Ich denke, für die besagte Straße sollte stattdessen* highway=residential + surface=paving_stones + sidewalk=none* getaggt werden. Denn wenn kein Bürgersteig vorhanden ist, dürfen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt die Straße benutzen.
Ein weiterer Grund ist, dass wenn man von der harten Definition (Schild vorhanden, ja nein?) abweicht es in Zukunft schwierig wird, dann abzugrenzen ab wann eine Straße noch als “de-facto” Spielstraße gilt. Eine so subjektive Definition kann zu Stoff für unendliche Diskussionen werden.

  • mit Spielstraße meine ich natürlich “verkehrsberuhigter Bereich”

Nachtrag: Sorry, hatte SemiSafes letzten Beitrag nicht richtig gelesen! Also in diesem Fall ist die Straße also tatsächlich eine “richtige” Spielstraße, weil da Schilder stehen. OK, gut das wir das geklärt haben :slight_smile: