Alternatives tagging Streuobstwiesen: landuse=meadow mit landcover=trees

Falsch nicht, aber auch nicht besonders informationsbringend, da landuse=orchard in Kombination mit orchard=meadow_orchard per se impliziert, dass Bäume auf der Fläche stehen.

Aber gut, ihr seht das anders? Dann

  • :+1: wer will, dass landcover=trees rausfliegt
  • :-1: wer will, dass landcover=trees bleibt

Aber nicht zutreffend für eine Streuobstwiese. In erster Linie ist es landcover=grass (vollständig). Dann landcover=trees. Ab wievielen Bäumen bzw. Welcher Dichte trifft das zu?

landcover=grass;trees wäre für mich akzeptabel.

Ist es nicht so, dass im Tag landuse=meadow die Oberfläche “grass” impliziert ist? Im Wiki steht: "In erster Linie mit Gras bewachsene, als solche topografisch erkennbare Fläche. (Wiese oder Weide ohne oder nur mit einzelnen Gehölzen).

Das hatte ich anfänglich auch überlesen und als Standard “surface=grass” hinzugefügt. Dieser Tag ist aber eher für “highways” und Sportflächen gedacht.

Bei landuse=meadow wäre der Tag “landcover=grass” m.E. redundant = doppelt “mappelt”.

korrekt. Ebenso wie landcover=tree(s) doppelt gemappelt wäre bei orchards

@mods-germany Wäre es nicht angemessen, diesen Thread ab diesem Post Neue Karte für Streuobstwiesen & Obstgärten - #30 by Henri97 (also #31) abzutrennen und in ein eigenes Thema zu schieben. Dann wäre dieser Thread wieder frei für die Diskussion über die “Neue Karte für Streuobstwiesen…”.

Themenvorschlag… “neuer Ansatz um Streuobstwiesen und Obstgärten zu taggen”

[Mod]

(Und in dem Atemzug diesen Post hier wieder zu entfernen)

erledigt

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Andersherum würde nur landcover=trees bedeuten, dass dort kein Gras wächst. :person_shrugging:

Siehe meinen Post 83: Im Wiki steht bei landuse=meadow → “In erster Linie mit Gras bewachsene, als solche topografisch erkennbare Fläche”…

Ja, man kann argumentieren, dass meadow landcover=grass impliziert und die Angabe daher nicht notwendig ist. Wenn Du Dich aber dazu entscheidest, landcover explizit anzugeben, dann muss die Angabe auch vollständig sein. Dein landcover überschreibt den default landcover Wert. Er ergänzt ihn nicht.

Aus meiner Sicht verstehe ich glaube ich in gewisser Weise, worauf ticki hinaus möchte. Es muss eine Unterscheidung geben zwischen der Klassifizierung von Streuobstwiesen, bei der sowohl eine Obernutzung (die Früchte) sowie der Unternutzung (der Wiese, früher durch Tiere) stattfand und Obstplantagen, bei denen nur die Nutzung der Früchte stattfindet. Bei letzterem erfolgt dies in der Regel durch eine wirtschaftliche Nutzung. Dadurch ergibt sich auch aus ökologischer Sicht zwei Klassifizierungen. Streuobstwiesen sind ökologisch vorteilhaft, weil (in der Regel) extensiv bewirtschaftet. Plantagen sind meist intensiv bewirtschaftet (also durch Düngung & eventuell Pflanzenschutzmittel).

Daher habe ich die Unterscheidung dieser beiden Arten bereits im Forumspost Abgrenzung Streuobstwiese von Plantagen vorgeschlagen. Dafür plädiere ich für die Nutzung des Tags orchard=plantation, neben orchard=meadow_orchard.

Es ist auch keine Binärklassifizierung zwischen meadow und orchard und deshalb gefällt mir die Klassifikation in der Auflistung von @Mammi71 so gut:

  • landuse=orchard, Obstplantage [ggf. mit orchard=plantation für intensiven kommerziellen Plantagenanbau]
  • landuse=orchard mit orchard=meadow_orchard, Streuobstwiese (überwiegend Obstanbau)
  • landuse=meadow mit orchard=meadow_orchard, Streuobstwiese (überwiegend Weidenutzung)
  • landuse=meadow

(Und dann gibt es auch noch die – meist ohne den Segen der Naturschutzbehörde, weil LSG – umgenutzten „Stückle“ an den Hängen des Remstal mit Umzäunungen, Hecken und Wochenendhäusern drauf, die von den Stuttgarter Bonzen als Wochenenddomizil zweckentfremdet wurden und so gar nichts mit der Kulturlandschaft Streuobstwiese zu tun haben und fast schon näher an der Definition von landuse=allotments liegen)

Die meisten Stücklesbesitzer, die ich kenne, betreiben keine Weidenutzung, sondern es wird 1-2 mal im Jahr gemäht, ab und an wird der legendäre Remstäler Helmut-Palmer-Schnitt durchgeführt, man trifft sich vielleicht auch mal im Sommer für den ein oder anderen Geburtstag zum Grillen und ansonsten wird in der Erntezeit das Obst aufgelesen und zum Mosten gefahren. Und genau in diesem Fall beispielsweise fehlt für mich die Einsicht, dass man diese kulturlandschaftliche Nutzung konsequent in landuse=orchard statt landuse=meadow ausdrückt.

Mir fällt auf, dass wir bei landuse=meadow und landuse=orchard offenbar nicht die Landnutzung beschreiben, sondern den Zustand der Fläche. Eine Wiese ist keine Nutzung, sondern ein Vegetationszustand. Ein Obstgarten ist ebenfalls keine Nutzung, sondern eine Fläche mit Obstbäumen. Die eigentlichen Nutzungen wären Futtergewinnung, Beweidung, Obsterzeugung, Naturschutz usw. Warum werden diese Flächentypen als landuse=* getaggt, wenn wir damit gar nicht die Nutzung beschreiben?

Wenn ich auf einer Landfläche Gräser und Kräuter einsäe, um diese Pflanzen dann als Futter zu verwenden, ist das sehr wohl eine Landnutzung. Dasselbe gilt für die Anpflanzung von Obstbäumen. Das dort geerntete Grünfutter bzw. die Früchte sind das Erzeugnis, nicht die Nutzung. Das selbe gilt für landuse=forest, farmland, vineyard und ähnliche Tags.

Aber wenn Du an dem historisch gewachsenen landuse Taggingschema Änderungen vornehmen möchtest, kannst Du gerne einen entsprechend detaillierten Vorschlag unterbreiten. Ich kann Dir allerdings jetzt schon versichern, dass das absolut vergeudete Zeit sein wird.

Dass das Ausbringen von Saatgut eine Form der Landnutzung ist, bestreite ich nicht. Die Frage ist nur: Wie soll der Mapper das bei einer bestehenden Wiese erkennen? Einer Wiese sieht man normalerweise nicht an, ob sie angesät wurde, wann sie angesät wurde oder ob sie sich über längere Zeit natürlich entwickelt hat. Man sieht lediglich eine Gras- und Krautvegetation.

Bei Obstbäumen ist das anders. Dass sie gepflanzt wurden und der Obsterzeugung dienen, ist unmittelbar beobachtbar. Wenn wir von verifizierbaren Nutzungen ausgehen, ist bei einer Streuobstwiese die Obstnutzung wesentlich besser erkennbar als eine irgendwann erfolgte Grassaat.

Deshalb erscheint mir landuse=orchard für die Nutzung und landcover=grass + landcover=trees für die tatsächliche Bedeckung schlüssiger als die Ableitung einer Wiesennutzung aus einer historischen Aussaat, die der Mapper gar nicht beobachten kann.

@ticki_52 ich möchte nochmals in Erinnerung rufen, dass Begriffe in OSM sehr oft nur eine griffige Verkürzung einer Definition sind, die nicht immer klar und eineindeutig die Realität außerhalb von OSM widerspiegeln können. OSM muss mit Fokus auf die Geodatenbank schematisieren.

  • manche Begriffe haben in OSM eine weitere (generalisierte) Bedeutung als in der Realität
  • manche Begriffe haben in OSM eine engere Bedeutung als in der Realität
  • manche Begriffe haben eine unzureichende Übersetzung ins Deutsche
  • mache Begriffe können in der Realität in unterschiedlichen Regionen auch unterschiedliche Bedeutungen haben und trotzdem muss in OSM weltweit eine einheitliche Definition gelten.

meadow mag nach allgemeinem Verständnis und üblichen Gebrauch eine Wiese im breitesten Sinne sein, sowohl im englischen wie auch im Deutschen Sprachgebrauch. In OSM ist das jedoch enger gefasst und meint landwirtschaftlich genutzte Wiesen, also Heuwiesen und Weiden.
Daneben gibt es in OSM noch weitere Wiesen: Stadtgrün, Grassland, Feuchtwiesen, Salzgraswiesen … oder einfach auch nur Oberfläche Gras.
Und bei meadow kommt es auch weniger darauf an, ob das Gras irgendwann mal eingesät wurde, sondern vielmehr auf die Nutzung als Heuwiesen oder Weide. Und das kann man durchaus erkennen und von anderen unterscheiden.

Und dabei gibt es auf Grenzfälle wo es nicht so eindeutig unterscheidbar ist oder sich nicht in das OSM Schema pressen lässt. @welzheimerwald hat es schon geschrieben: viele Streuobstwiesen hier in seiner, Deiner und meiner Gegend sind inzwischen weder so richtig orchard noch meadow, sondern mit Geschirrhütte und Hecken von der tatsächlichen Nutzung her inzwischen eher Erholungsgebiete. Und es bedarf teilweise harter örtlicher Verordnungen und deren restriktiven Durchsetzung, um die Kulturlandschaft zu erhalten.
In diesem Fall möchte ich, auch wenn weder die Wiese noch das Obst im Vordergrund steht, die Kulturlandschaft in OSM abbilden und auf keinen Fall ein recreation_ground.

@ticki_52
Wer versucht OSM-Strukturen als komplette logische Strukturen zu verstehen, der hat die Funktionsweise von OSM nicht verstanden.
Bei Deinem analytischen Denken empfehle ich Dir - statt hier Deine und unsere Zeit zu vergeuden - Schach zu spielen. OSM ist eher “Mensch ärgere Dich nicht”.

Warum hast du dann die ganzen Streuobstwiesen im Wieslauftal von landuse=orchard auf landuse=meadow umgetaggt, wenn für dich die Weidenutzung auf dem Luftbild nicht eindeutig erkennbar war?

Dein Vorgehen erscheint mir inkonsequent. Wenn du jetzt schon gegen dich selbst argumentierst, fühlt sich der ganze Thread wie Zeitverschwendung an.

@pyram danke für die prägnante Zusammenfassung - so kurz und zutreffend hätte ich gern selbst schreiben wollen.

Nur mit dem “Mensch ärgere Dich nicht” bin ich noch nicht ganz einverstanden, auch wenn ich sehr gut verstehen, was damit im Vergleich zum Schach gemeint ist. Einen besseren Vergleich habe ich aber auch noch nicht gefunden.

Echt? Das ist schon fast eine Porovokation :wink:
Wie soll denn der Sesselmäpper eine Natursalzwiese von einer Streusalzwiese unterscheiden. Er kann doch nicht erkennen, ob das Salz irgendwann mal mit Streufahrzeugen ausgebracht wurde!

OSM ist bekanntlich ein Gemeinschafts-Projekt. Daher wäre der[1] passendere Vergleich:
“Mensch ärgere uns nicht” :laughing:


  1. für ticki_52 ↩︎

Zu Beginn hatte ich als Alternative landuse=meadow plus Baumtags vorgeschlagen, weil in der bisherigen Tagging-Praxis von der Annahme ausgegangen wurde, eine Streuobstwiese sei primär Grünland. Inzwischen bezweifle ich genau diese Grundannahme.

Global betrachtet ist eine Streuobstwiese keine besondere Form von Wiese, sondern eine regionale Kulturform des Obstanbaus.

Die charakteristische Eigenschaft sind die locker stehenden Obstbäume. Die Grasfläche beschreibt lediglich die Bodenbedeckung zwischen den Bäumen. Deshalb erscheint mir landuse=orchard, kombiniert mit geeigneten Landcover- und Struktur-Tags, inzwischen als das konsistentere Modell.

Es gibt beides. Ich kenne Schafsweiden, auf denen auch Obstbäume stehen oder städtische Graslächen, die inzwischen aus Umweltgründen nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden und auf denen Obstbäume gepflanzt wurden.