Hallo zusammen,
ein paar Mapper diskutieren bei Changeset: 177307611 | OpenStreetMap wie man die Access-Eigenschaft für Wege durch ein Wohngebiet mappen sollte. Ich fasse mal den Sachverhalt zusammen:
Ein Wohngebiet verläuft in NW-SO-Richtung. Quer dazu gehen in NO-SW-Richtung ein paar Wege durch. Am Ein- bzw. Ausgang zum Wohngebiet stehen Schilder mit der Aufschrift “Privatweg. Betreten und Befahren verboten!”.
Vermutung ist (das ist meine persönliche Meinung), dass der Grundstückseigentümer den Fußgängerdurchgangsverkehr zwischen einem anderen Wohnviertel im SW und einer Straßenbahnhaltestelle im NO unterbinden will.
Es gibt jetzt zwei Meinungen, was als access-Wert für die Wege eingetragen werden sollte.
Das Schild ist eindeuting, es muss access=private sein.
Vermutlich soll nur der Durchgangsverkehr unterbunden werden. Ein Paketbote muss doch seine Ware an der Haustür abliefern können. Außerdem befindet sich innerhalb des Wohngebiets noch ein Kindergarten. Eltern müssen ihre Kinder dort hinbringen oder von dort abholen können. Bei einem Privatweg wäre das streng genommen gar nicht möglich.
Gemeint ist offensichtlich “Anlieger frei”. Es sollte deswegen foot=destination (oder sogar access=destination) gemappt werden.
Jetzt würde ich gerne ein paar Meinungen dazu hören, welches Mapping denn “besser” wäre.
Für mich ist dies eindeutig access=private, weil so vom Grundstückeigentümer ausgeschildert. Ob dann Besucher, Zeitungsboten, Paketzusteller, … trotzdem die Wege betreten und befahren dürfen, darüber sagt das Schild nichts aus. Das muss daher jeder, der dort aus einem der genannten Gründe entlang möchte, für sich selbst entscheiden. Für mich ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass manche Schilderaufsteller nicht zu Ende denken, was die von Ihnen aufgestellten Schilder aussagen. Und am Ende wundern sie sich dann, dass niemand die Beschilderung ernst nimmt.
Auf Fälle von offensichtlich falscher Beschilderung trifft man ja auch an anderen Stellen. Z.B. sehe ich bei manchen Waldwegen das Zeichen “Verbot für Fahrzeuge aller Art. Forstwirtschaftlicher Verkehr frei” (also DE:250,1026-37), jedoch ohne “Radverkehr frei” (1022-10). Wenn aber der Weg noch mit einem Radwegschild versehen ist (grünes Fahrrad auf weißem Hintergrund), dann deutet das doch sehr auf eine falsche Beschilderung hin. Da waren wohl keine Schilder DE:260 mehr auf Lager, und man hat eben so was ähnliches genommen.
Wie mappt man sowas? So wie man es vor Ort sieht? Was zur Folge hat, dass das Fahrradrouting nicht mehr über diesen Weg führt.
Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Wäre access=destination hier überhaupt akzeptabel? Ich dachte immer, destination wäre nur für öffentliche Wege. Es macht doch schon einen Unterschied, ob es sich um einen öffentlichen Weg handelt, wo laut Verkehrszeichen nur unter einer Bedingung der Verkehr stattfinden darf, oder einen privaten Weg. Gibt es einen Tag für die Schnittmenge von permissive (im Sinne von “Privatweg, Betreten auf eigene Gefahr”) und destination? :)
Ja. Wir erfassen die Realität. OSM ist eine neutrale Datenbank. Sie soll auch dazu dienen können solche vermeintlich falsche Beschilderungen erkennen zu können. (vehicle=no/forestry/… + lcn=yes). Z.B. um sie finden und bei entsprechender Stelle melden zu können. Oder für Auswertungen (Wieviele Kilometer Radweg sind falsch beschildert?) Idealerweise traffic_sign mit an den way erfassen. Router können dann selbst entscheiden, wie sie damit umgehen wollen oder dem Anwender/der Anwenderin die Wahl lassen.
Ich kenne übrigens Stellen, wo das Radfahren tatsächlich gewollt verboten ist und geschoben werden muss. Trotz Radnetz/Radroute.
Im Fall der Fälle (Unfall) entscheidet das Gericht. Und das interessiert sich in erster Linie für die Verkehrszeichen, die rechtlich relevant sind. Auch die Versicherungen werden sich darauf berufen.
Vielen Dank für die Kommentare. Es scheint doch die einhellige Meinung zu sein, es so zu mappen, wie man es vor Ort vorfindet. Wenn auf einem Schild privat draufsteht, dann soll man es auch mit “private” mappen. Mutmaßungen anzustellen, wie es gemeint sein könnte, sind keine gute Idee. Das ist einfach zu subjektiv.
Wobei nur “privatweg” zum Beispiel aus meiner Sicht nicht für access=private ausreicht. Das sagt aus meiner Sicht nur etwas über die Besitzverhältnisse aus und nicht über die Zugangsberechtigung. Es müsste für mich auch ein ausdrückliches Verbot des Betretens / Befahrens ausgesprochen werden (so wie auf dem Schild hier).
Klar. Ich meinte schon, dass neben “Privat” auch noch “Durchgang/Durchfahrt verboten” draufsteht. Ein Schild mit nur “Privatweg” ohne Verbot wäre wohl access=permissive.
Nein, ein Schild “Privatweg” ist zunächst mal kein Anlass für irgendwein access-Tag. Das kann, wie schon weiter oben von @Jofban erwähnt, mit operator:type=private erfasst werden.
GraphHopper hat in meinem Beispiel dasselbe Problem, hab die Zielkoordinaten extra ein wenig getweakt dafür.
Valhalla kannst du hier ignorieren, weil es access=private offenbar nicht auswertet und auch mit Ziel außerhalb des Wohngebiets über die Fußwege routet.
Je nach dem, auf welcher Seite des Gebäudes das Ziel liegt, läuft GraphHopper mal vorne oder mal hinten herum. Warum, das muss man den Algorithmus fragen. Das access=private scheint also kein Hinderungsgrund zu sein.