Abschaltung aller öffentlichen Telefone in DE ist für Anfang 2023 geplant

Hallo zusammen,

guten Tag erst mal, bin neu hier.

Mit etwas Wehmut, aber dennoch mit Verständnis, habe ich heute den folgenden Artikel der Telekom gelesen:

Kurz gesagt steht darin, dass die Telekom alle noch verbliebenen Telefonzellen bzw. alle öffentlichen Telefone aufgeben will.

Die bisher noch verbliebenen Geräte sollen laut dem Artikel “ab Ende Januar” abgeschaltet werden und außer Betrieb gehen.

Das heißt also, spätestens im April oder Mai 2023 wird es dann kein funktionstüchtiges öffentliches Telefon [der Telekom] in Deutschland mehr geben.

Kurz zur aktuellen Situation in OSM:

  • In Deutschland gibt es aktuell noch ca. 15.700 öffentliche Telefone, die in OSM eingetragen sind.
    Davon:
  • Ca. 11.200, die vom operator-Tag her auf die Deutsche Telekom hinweisen (“Deutsche Telekom”, “Telekom”, “Deutsche Telekom AG”, “T-Com” etc.)
  • Ganze 4482 Nodes ohne operator-Tag. Bei denen müsste man natürlich schauen, was man mit denen macht. Ich schätze mal dass mindestens 90% davon auch von der Telekom waren. Dass man bei einer Bearbeitung dieser aber nicht auch andere erwischen könnte, ist natürlich nicht garantiert.
  • Ca. 20 Stück, die im operator-Tag auf einen “Fremdanbieter” (Nicht-Telekom) hinweisen - ob es die noch gibt sei dahingestellt, steht aber hier nicht zur Debatte. Diese Objekte würden erst einmal nicht angetastet.

Laut Telekom-Angaben existieren aktuell noch ca. 12.000 öffentliche Telefone. Das heißt wiederum, mindestens ca. 3.600 sind in OSM ohnehin “Karteileichen”, die bereits jetzt nicht mehr existieren.

Da kommt folgende Frage auf: Was machen wir 2023 mit den eingetragenen Telekom-Telefonzellen in OSM? Ich hatte eventuell an einen mechanical Edit gedacht, mit dem die Objekte Mitte 2023 zumindest auf “disused:amenity=telephone” gesetzt werden.

Denn eins steht ja fest: Ab 2023 wird es dann definitiv kein funktionsfähiges öffentliches Telefon der Telekom mehr geben. Gegen das sofortige Löschen der Objekte spricht, dass die Telefone nicht unmittelbar verschwinden werden, sondern der Abbau soll dann sukzessive bis 2025 geschehen.

Habe auch selbst oft erlebt, dass abgeschaltete Telefone zum Teil noch monate- bis jahrelang herumstehen, bevor sie dann wegkommen.

Eure Meinung dazu würde mich interessieren.

Freundliche Grüße
Lukas

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Willkommen im Forum!
Habe es eben auch in der Zeitung gelesen. Da stand dass in Gegenden mit schlechtem Mobilempfang die Teile als Verstärker stehen bleiben bzw. umgebaut werden. Die Fernsprechfunktion entfällt.

Würde dem o.g. edit zustimmen. Die 10 Zellen die dann mit anderem Betreiber ggf. falsch sind, sind weniger als x-tausende Karteileichen…

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In Großstädten dienen die Telefone tatsächlich als Basistation für LTE und wohl auch 5G. War mir neu, dass das jetzt auch auf dem Land eingeführt werden soll. Dafür müsste aber erstmal die nötige Hardware angeschafft werden - das in so kurzer Zeit?

Ansonsten würde ich - analog Lex Schlecker - die verbliebenen Telefone tatsächlich als disused: taggen. Jemand mag dann schauen, ob die Telefone noch physisch vor Ort existieren oder ob sie abgebaut wurden.

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Vielleicht kann und sollman die Telekom nach entsprechenden Daten fragen.

Hallo,
machen wir doch nächstes Jahr eine Wochenaufgabe daraus, die Dinger zu ändern
und vorher einigen wir uns auf LTE- oder 5G-Baisstation als man_made=antenna ?
gruß
CADdog

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man_made=antenna finde ich gut für die Standorte mit den sog. Small Cells.

An den betroffenen Standorten bleibt tatsächlich nur die Antenne bzw. Small Cell erhalten, die öffentliche Telefoniefunktion geht auch dort verloren.

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Grundsätzlich finde ich das eine gute Idee. Allerdings wird man da auf Granit beißen, würde ich wagen, aus Erfahrung zu sagen. Mit Standortdaten zu ihren öffentlichen Telefonen (oder damit zusammenhängend) zu den Small Cells wollte die Telekom noch nie rausrücken. Leider… Das wurde immer geheim gehalten.

Man kam indirekt über die Telekom-HotSpot-Karte an die Standorte. Allerdings nicht an alle und die Datenqualität war auch schlecht (ungenaue Adressen).

Wochenaufgabe finde ich zwiespältig. Beides hat irgendwie zwei Seiten der Medaille.

Bei einer Wochenaufgabe gehen manche Mappende nach Survey vor, was grundsätzlich sehr gut ist. Würde das Ganze allerdings nur nach survey gemacht, würden viele öffentliche Telefone in dünn besiedeöten Regionen oder Regionen, in denen es nicht so viele Mapper gibt, stehen bleiben. Dieses “Problem” haben wir zum Teil auch jetzt schon in OSM.
StreetComplete fragt zwar ebenfalls die Telefone ab, aber wir haben ja trotzdem jetzt bereits einen “Überhang” von ca. 3.600 Telefonen in OSM im Vergleich zur Realität.

Und ohne den Mappern zu nahe treten zu wollen, aber vielen passiert es natürlich auch, dass sie auf die SC-Frage antworten “ja, existiert noch”, weil das Telefon wirklich noch existiert. Dabei fällt dann allerdings nicht auf, dass das Gerät ggf. längst außer Betrieb genommen worden ist. Die Pflicht, dies zu prüfen, hat der/die Mappende ja nicht [unbedingt].

Die andere “Fraktion” macht zum Teil, zumindest so wie ich es bisher mitbekommen habe - viele “kleine mechanical Edits”, in denen die Teöefone dann gelöscht oder auf disused gesetzt werden ohne je ein Telefon vor Ort überprüft zu haben.
Ich möchte diese Praxis an dieser Stelle nicht bewerten, nur beschreiben. Nur dann könnte man das halt auch in einem Abwasch machen.

Durch die Tatsache, dass die Telekom definitiv alle ÖTel ausschalten will, ergibt sich der Vorteil, dass man relativ wenig “kaputt” machen kann.

Ein Telefon, das längst (gar) nicht mehr existiert, auf disused zu setzen, statt es ganz zu löschen, macht die Daten zwar nicht viel besser, aber zumindest wird dort dann kein funktionierendes/in Betrieb befindliches öffentliches Telefon mehr suggeriert.

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Gibt es dazu irgendwo belastbare Informationen. Immerhin hängen die Münzer nicht auf irgendwelchen Dächern oder Masten. Wenn die tatsächlich als Antennen dienen sollten, so dürfen die keine hörer Sendeleistung haben wie ein WLan-Antenne.

Das Problem haben wir z. B. mit den Notrufsäulen an Bundesstraßen, die bereits vor 10 Jahren abgebaut wurden, aber teilweise bis heute als Karteileiche in OSM existieren.

Ich versuche soviel es geht nach Mapillary zu prüfen. Wenn die Bilder einigermaßen gut sind erkennt man schon ob da noch ein Telefon steht oder ob das Telefon eindeutig weg ist. Leider hilft das in ländlichen Gegenden auch nicht unbedingt weiter, denn dort wo keine Mapper sind gibt es meist auch keine Mapillary-Bilder…

Dazu gibt es eigentlich recht viele Informationen unter dem Stichwort “Small Cell”. Die Teile erkennt man an einer zweiten grauen Box neben der eigentlichen Telefonsäule (was nicht zwingend heißt, dass sie auch so in Betrieb sind, nur dass die Hardware prinzipiell vorhanden ist).

Die Basisstationen sind genehmigungspflichtig und in der Leistung recht begrenzt (weiter als ein, zwei Straßenzüge reichen die nicht). In der EMF-Karte der Bundesnetzagentur stehen sie drin, wenn man in der Karte oben auf “Small Cell” umschaltet (da findet sich dann aber alles z. B. auch Tunnelsender und solche in Gebäuden). Ebenfalls eine schöne Referenz ist das Schwesterprojekt “Cellmapper”.

Genau. Gebe euch da schon Recht.

zu den Small Cells:
Die Antenne sitzt in der Spitze der Telefonsäule.

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Hast Du schon einmal zu diesem Thema bei der Bundesnetzargentur nachgefragt?

OK, mal sehen ob und was die BNetzA antwortet

"Aus den Medien habe ich die Information, dass die Münzfernsprecher deutschlandweit abgebaut/deaktiviert werden sollen. Ist die BNetzA daran zu beteiligen? Wenn Ja, wurde dabei auch berücksichtigt, dass von diesen Sprechstellen kostenfrei Notrufe getätigt werden können? Nicht alle Menschen in Deutschland besitzen ein Mobiltelefon.

Es gibt weiter Informtionen, dass diese Geräte schon heute und auch in Zukunft als Basisstationen für LTE und G5 von der Telekom benutzt werden. Gibt es dafür eine Übersicht, wo diese Punkte sind? Interessieren würde mich auch, mit welcher Leistung sie senden?

Mit freundelichen Grüßen"

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Oh, das ging schnell :slight_smile:

Mit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes im Dezember 2021 haben sowohl die Kommunen als auch die BNetzA kein Mitspracherecht mehr…

Ausführliche Informationen dazu hier:

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Btw finde ich die ganze Sache auch sehr schade irgendwie…

Da werden die sich wohl wundern, warum sich plötzlich wegen so einer Nebensächlichkeit, soviele (2) Anfragen kommen :laughing:

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Ein Trauerspiel. Meine Homezone ist immerhin aktuell. Hier gibt es in der Gemeinde und in OSM noch genau 2 Telefone.

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Das ist eben das große Problem von OSM.
Neue Sachen eingetragen wird immer sehr schnell, manchmal sogar per Import. Zu einem späteren Zeitpunkt auf Aktualität geprüft werden die eingetragenen Objekte dann nur noch in den seltensten Fällen.

Mein Lieblingsbeispiel: ein neues Restaurant wird in OSM eingetragen, ohne den Vorgänger zu löschen. Wir haben dann am selben Ort sowohl das aktuelle Restaurant als auch dessen Vorgänger. Zigfach genau so gesehen…

Vorgänger-Pois oder frühere Relationen sollen ja auch NICHT! gelöscht werden, sondern zum Erhalt der abrufbaren Historie auf DE:Key:disused:* - OpenStreetMap Wiki entsprechend behandelt werden.

https://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Namespace

Bei öffentlichen Telefonzellen - von denen hier im Aachener Raum definitiv etliche Dutzend absolut mit Stumpf und Stiel physisch verschwunden sind - ist eine komplette Löschung natürlich richtig.

Nur mal so auf die Schnelle zur Information.

Gruß | Peer